Undichtigkeiten lassen sich deutlich schwerer fotografisch dokumentieren als Schimmel. Deshalb veröffentlichen wir nun zu diesem Thema erste Videos. Inzwischen erreichen uns zahlreiche Kommentare, Nachrichten und Videomaterial von Wohnmobilbesitzern, die von Undichtigkeiten an der Heckgarage ihrer Knaus-Fahrzeuge berichten. Die Anzahl und die Ähnlichkeit dieser Schilderungen lassen aus unserer Sicht auf ein wiederkehrendes Problem schließen.
Einige der uns vorliegenden Hinweise könnten darauf hindeuten, dass entsprechende Beanstandungen dem Hersteller bereits bekannt sind. Ob und in welchem Umfang dies tatsächlich der Fall ist, können wir jedoch nicht beurteilen. Nach unserem Kenntnisstand gibt es bislang keine öffentliche Rückrufaktion, möglicherweise weil keine unmittelbare Sicherheitsgefährdung vorliegt. Die tatsächlichen Gründe hierfür sind uns nicht bekannt.
Undichtigkeit als Ursache für Schimmelbildung
Auf dieser Webseite finden sich inzwischen mehrere Berichte über Schimmelbildung in Knaus-Wohnmobilen. Diese können hier nachgelesen werden.
Schimmel entsteht dort, wo ein geeigneter Nährboden vorhanden ist und zugleich ausreichend Feuchtigkeit sowie passende Temperaturbedingungen herrschen. Nach Angaben verschiedener betroffener Wohnmobilbesitzer wird ihnen im Zusammenhang mit Schimmelproblemen von Knaus-Händlern oder deren rechtlichen Vertretern teilweise ein unzureichendes Lüftungsverhalten als Ursache entgegengehalten.
In der Bedienungsanleitung des Knaus SUN TI (Ausgabe 2014, Modelljahr 2018) heißt es auf Seite 37:
„Jede Person scheidet durch Atmung pro Stunde bis zu 35 g Wasser aus. Deshalb muss das Fahrzeug je nach relativer Luftfeuchtigkeit über die Fenster und Dachluken be- und entlüftet werden.“
Die Bedienungsanleitung weist damit darauf hin, dass eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Wohnmobil unter anderem durch die Bewohner sowie durch Kochen oder feuchte Kleidung entstehen kann. Dringt jedoch zusätzlich Wasser von außen in das Fahrzeug ein, stellt dies unabhängig vom Lüftungsverhalten eine weitere Feuchtigkeitsquelle dar.
Im folgenden Erfahrungsbericht wird anhand einer Videoaufnahme eine Undichtigkeit an einem Knaus SUN TI dokumentiert.
Hinweis: Der nachfolgende Bericht gibt die Erfahrungen eines Fahrzeughalters wieder. Die geschilderten Mängel, Ursachen und technischen Zusammenhänge werden von uns nicht überprüft.
Erfahrungsbericht: Undichtigkeit bei Knaus Wohnmobil über Radkästen
Wird von Undichtigkeit des Wohnmobils gesprochen, gehen die Vermutungen und Annahmen häufig in die Richtung, dass das Wasser von oben in das Wohnmobil eintritt. Bei Knaus Wohnmobilen scheint es jedoch ein bekanntes Problem zu sein, dass das Wasser von unten in das Wohnmobil eintritt.
Über diesen Erfahrungsbericht erfuhren wir im Mai 2019 von der Undichtigkeit der Radkästen bei Knaus Wohnmobilen.
Einer der gravierendsten Mängel, der hier neben einigen anderen erwähnt wurde, war die undichte Heckgarage, bzw. die undichten Radkästen die bei dem Knaus SUN TI via Schacht mit der Heckgarage verbunden sind.
Hierzu das entsprechende Video:
Sichtbar auf dem Video ist einerseits eine Art Lücke/Öffnung im Radkasten des Knaus SUN TI durch die Regenwasser bei Fahren auf nasser Fahrbahn in den Schacht zur Heckgarage läuft, andererseits erkennen wir, dass entlang der unteren Kante am Radkasten das Wasser nach oben und damit in den Schacht der Heckgarage gedrückt wird.
Aufnahmen der Actioncams in der Heckgarage
Da wir auch Feuchtigkeit in unserer Heckgarage festgestellt hatten – einerseits an der Innenseite der Heckrückwand, andererseits am Boden der Heckgarage, installierten wir zwei Actioncams in die Schächte vor den Radkästen und filmten eine Fahrt bei mässigem Regen auf nasser Fahrbahn.


Das Ergebnis hat uns selbst schockiert. Wir waren erstaunt, wie viel Wasser über die undichten Radkästen des Knaus SUN TI in den Schacht, bzw. die Schächte der Heckgarage eintritt. Das eingetretene Wasser läuft bei leichter Bergauffahrt, bzw. leichtem Bremsen sofort in die Heckgarage und „versickert“ dort unter der Aluminiumverkleidung am Boden.
Durch diese „Versickerung“ des Regenwassers unter die Verkleidung des Heckgaragenbodens – einige Varianten verfügen hier über eine Aluminiumplatte, andere über eine Art Teppichbelag – fällt die Undichtigkeit im Bereich der Radkästen nicht unbedingt sofort auf.
Zudem kann Regenwasser, das noch nicht bis zum Boden der Heckgarage gelangt ist (beispielsweise nach Bremsvorgängen oder Bergauffahrten), im Stand des Wohnmobils wieder über die undichten Radkästen ablaufen. Auch dies trägt dazu bei, dass diese Art der Undichtigkeit zunächst unbemerkt bleibt.
Mit der Zeit kann sich jedoch eine erhebliche Menge Wasser in der Heckgarage sammeln beziehungsweise unter der Verkleidung versickern und dadurch zu einer erhöhten Luftfeuchtigkeit führen.
Undichte Radkästen und das in die Heckgarage eindringende Regenwasser können somit eine der entscheidenden Voraussetzungen für Schimmelbildung schaffen: eine dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit.
Habt ihr mit eurem Knaus- oder Weinsberg-Wohnmobil ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann teilt sie gerne im Kommentarbereich.

Super, ich kannte den Begriff „Schönwetter-Fahrzeug“ bisher nur von Cabrios und Motorrädern. Offenbar ist es bei den Wohnmobilen von Knaus-Tabbert aber ein Novum, genau das zu tun, damit nicht die Heckgarage und sonstiges mit Wasser geflutet wird…
Bin sehr traurig solche Berichte hier zu lesen. Erst gestern war ich nochmals bei einem großen Knaus Händler in meiner Nähe und habe mir mein Lieblings-Womo von Weinsberg angeschaut, den ich bis heute Abend auch noch kaufen wollte. Den Cara 650 MEG, Sondermodell „Pepper“. Hatte den vor 7 Wochen zum ersten Mal bei dem Händler gesehen, mit französischem Bett, und fand den fantastisch schön. Aus Zweckmäßigkeit hatte ich mich nun für den MEG mit Längesbetten entschieden und mir den gestern noch angeschaut, da der Händler hiervon noch einen bekam. Wenn ich nun die ganzen Berichte hier Revue passieren lasse, muss ich ehrlich gesagt auch sagen, dass da sicherlich einiges dran ist. Gestern fiel mir bei meinem Lieblingsmodell schon beim Betreten des Wohnraumes ein unangenehmes knarzen der Badezimmertüre auf. Dies immer, wenn man auf einer bestimmten Stelle am Boden auftrat. Die Scharniere waren fest und auch Anschlaggummis waren aufgeklebt. Dennoch knarzte die Türe bei jedem Schritt auf den ca. 70 cm entfernten Fußboden. Was mir an dem Neufahrzeug dann noch auffiel, dass die Schrauben, mit dem das Interieur zusammengehalten wird, mit ca. 15 mm großen braunen Aufklebern abgeklebt werden. Leider waren diese Aufkleber fast im gesamten Fahrzeug und auch in der Garage nur zu ca. 75% fixiert worden, der Rest der Aufkleber stand ab und musste erst noch angedrückt werden. Da ich selbst früher bei dem Hersteller mit dem Stern in der Qualitätskontrolle tätig war, fällt mir sowas wohl auch recht schnell auf. Dies war jedenfalls schon ernüchternd und die Berichte hier dann restlos enttäuschend. Bei dem Händler stand ich vor 3 Wochen auch schon in einem Brandneuen Sky Ti Platinum Selection, in dem mir beim schließen der Toilettentüre eine Schraube von oben vor die Füße gefallen ist… 🙂 Hielt ich damals noch für Amüsant, im Moment könnte ich eher heulen.
Bei derartigen Mängeln hat sich Knaus-Tabbert auch mit der eigentlich gewollten Untermarke Weinsberg leider gerade erledigt, auch wenn der Preis des Pepper unschlagbar ist. Vermutlich wird es bei anderen Herstellern ähnliche Mängel geben. Hatte auch beim Bürstner Argos time 670 schon abgefallene Schrauben, verklemmte Rollos, eine schlecht schließende Aufbautüre und schwer knarzendes Inventar, beim gebrauchten Hymer erhebliche Defekte am Mobiliar und undichte Stellen an Verkleidungsteilen Außen, sowie beim (feststehenden) Detleffs Wohnwagen einen komplett durchgegammelten Fußboden im Heck, weil die Vorzelt-Führung im Werk nicht sauber abgedichtet wurde… Wenn ich das alles zusammen werfe, sollte ich eingentlich gar kein Womo mehr kaufen. Aber die Lust darauf bleibt. Und somit werde ich mir nun wohl doch wieder CUVs (aber nicht von Knaus / Weinsberg…) anschauen. Diese hatte ich auf Grund des recht schmalen Komforts nicht mehr in Betracht gezogen. Im Moment sehe ich aber den riesen Vorteil in den Kastenwägen, dass ich zumindest keine GFK oder Alu-Aufbauteile habe, die oben oder von unten verklebt und somit auch undicht sein oder werden könnten. Beim Kastenwagen habe ich rundum ein Metallkleid und da kann Wasser nur an den Luken oder den Türen eintreten. Wie ich hier auch las, baut Knaus wohl Wohnmobile nur noch für eine gedachte Lebensdauer von ca. 10 Jahren, was ein Kastenwagen wohl hoffentlich ganz locker überlebt…
An dieser Stelle auch ein „Danke“ an den Betreiber dieser Webseite. Zwar traurig das alles zu lesen, aber es schont nun wohl auch meinen Geldbeutel…