VanTourer Erfahrungsbericht

Folgender Erfahrungsbericht erreichte uns bezüglich eines VanTourer. Dieser ist eine offizielle Marke der EuroCaravaning GmbH & Co KG. Der Hersteller des VanTourers ist jedoch die Knaus Tabbert AG.

Wir dürfen diesen Bericht anonym veröffentlichen. Wer Rückfragen zu diesem Fall hat, kann sich gerne bei uns melden, so dass wir die entsprechenden Fragen an den Verfasser weiterleiten können.

Dankeschön für diesen Bericht. Wieder einmal zeigt er, dass es sich lohnt, nicht klein beizugeben, sondern für seine Rechte einzustehen.

Hier nun der Bericht:

„Es geht mir nur um eine Veröffentlichung der unfassbaren Qualitätsmängel, die das Knaus-Tabbert Werk unter seinem guten Ruf abliefert, schon lange bin ich auf der Suche nach einer geeigneten Plattform.
Wir haben unseren VanTourer völlig blauäugig bestellt und abgenommen. 3 Monate haben wir gedacht, diesen Riesenhaufen Geld in einer Schrottkarre versenkt zu haben.
Wenn ich nur 5 Kunden davon abhalten kann auf diese Marke zu setzen ist doch schon mal was geschafft. Leider nehmen viele Kunden die Mängel einfach stillschweigend hin, haben Angst auch noch auf den Anwaltskosten sitzen zu bleiben oder werden von Händler und Werkstatt bis in die Unendlichkeit vertröstet.

Gelernt habe ich, Neuwagen bedeutet Neuwagen. Alle Mängel, die sechs Monate nach Übergabe festgestellt werden gelten vor Gericht als bereits hausgemacht vom Hersteller. Man darf sich also ruhig trauen, vor Gericht zu gehen auch gegen die großen Marken.

VanTourer 600D Sondermodell Black & White 2020 – Neuwagen mit Aufstelldach Preis: 61.000 €

Ich möchte vorweg erwähnen, dass der Rückkauf durch den Händler schnell, fair und unkompliziert verlief nachdem das Schreiben unseres Anwalts eingegangen ist, daher werde ich den Händler hier nicht namentlich nennen.

Dies ist nur eine sachliche Aufzählung der ab Werk vorhandenen Mängel über die sich jeder Leser ein eigenes Urteil bilden kann:

– Aufstelldach wird anstatt, wie im Vertrag vereinbart, in Wagenfarbe mit einer schwarzen Folierung geliefert, unter der Folie sind handtellergroße Einkerbungen auszumachen als hätte der Kunststoff beim Guß Blasen geworfen. Andere Fahrzeuge dieses Modells werden mit einem weißen Dach hergestellt, die Vermutung liegt also Nahe, dass die Folie etwas verbergen sollte.

– Schnallen zur Befestigung des Hubdachs waren schief genietet, so dass es schwer, manchmal gar nicht, zu schließen war.

– Mehrere Roststellen und Lackschäden am Basisfahrzeug, im Bereich der Eingangsstufe sogar mit einem Lackstift stümperhaft überschmiert. Es war dem Verursacher also durchaus bewusst dass ein Schaden entstanden ist.

– Die Duschwanne war im Bereich der Toilette zerkratzt und dreckig, diese war definitiv nicht neu.

– Bei der 2. Fahrt mit 40 km/h in einer Kurve riss die Schublade des Küchenblocks aus der Verankerung und schlug zwei Löcher in den neuen Vinylfußboden. Dies geschah auf der Auffahrt zur Autobahn, zum Glück hat mein Mann so entspannt reagiert. Es handelt sich um einen Familienvan mit 4 Schlafplätzen in dem Kinder transportiert werden, es haben keine Schubladen aus den Schienen zu springen. Natürlich wurde uns vorgeworfen, die Schublade überladen zu haben.
(Leergewicht Schublade 6 kg, Ladung 7 kg bestehend aus einfachem Melamingeschirr und einer Emsa Plastikthermoskanne)
Nur zum Vergleich: andere Hersteller haben in den Schubladen des Küchenblocks große Aufkleber, die die Beladung mit 15 kg deckeln.
Der Fußboden wurde etwas mit Kleber versiegelt. Es wurde festgestellt dass der Push-Lock Verschluss falsch arretiert wurde, trotzdem müssten wir mit dem Schaden leben.

– Basisfahrzeug war ein klassisches Montagsauto: Zuerst fiel uns auf, dass die Spaltmaße des Beifahrerairbags und des Getränkehalters nicht stimmten.
Der sechste Gang machte ein komisches vibrierendes Geräusch und die Start-Stop Automatik funktionierte nur jedes fünfte Mal.
Wir vereinbarten einen Termin in der Fiat Vertragswerkstatt, dort musste man uns leider mitteilen, dass das Innenleben des Cockpits völlig verbaut und verbastelt ist.
Der Beifahrerairbag wurde 2mal getauscht, genauso wie der gebrochene Getränkehalter, der Bowdenzug des 6. Gangs wurde neu gespannt. Mit dem Ergebnis dass das Geräusch immer noch da war und die Start-Stop Automatik weiterhin nach dem Zufallsprinzip funktionierte.

– Die restlichen Mängel werde ich hier unter Kleinigkeiten zusammenfassen:
Fehlende Beklebungen am Aussendesign, Beschädigungen der Folierung der Möbel, sich lösender Umleimer am Dinettentisch, schief geleimte Dinettenbank, Stromdose öffnete sich während der Fahrt, Fehlermeldung der Dieselheizung beim ersten Gebrauch, Dieselheizung wird verbaut dafür werden nicht einmal die Plastikfüßchen für die 2. Flasche im Gasschrank entfernt um den Platz anderweitig nutzen zu können, Kratzer auf dem Frontgrill, Fingerabdrücke am Stoffhimmel, schief verschraubte Fahrerhausverdunklung.


…und zu guter Letzt muss ich einfach einmal sagen, dass das Fahrzeug unfassbar dreckig war bei der Übergabe, obwohl es sicher eine grobe Wäsche beim Händler erhalten hat. In den Reifen fanden sich riesige Erdklumpen wie sie sonst gern bei Traktoren zu finden sind, also das Neuwagengefühl hat sich nie eingestellt.

Wir haben diesen Van im Januar 2020 bestellt, zu dieser Zeit gab es weder eine weltweite Pandemie noch einen Campingboom die das lieblose Zusammenschustern vielleicht noch erklären würden.

Trotz alledem sind wir von dem Konzept Kastenwagen als Reisemöglichkeit mit Hund und Kind völlig überzeugt und bekommen ein neues Fahrzeug im Februar von einem anderen namhaften Hersteller der mit der Knaus-Tabbert Gruppe nichts zu tun hat. Unser netter Verkäufer tut mir bereits im Vorfeld leid, denn dieses Mal werden wir in jede Ritze, jeden Schrank und unter das Auto mit einer Taschenlampe krabbeln.

Gas und Wasser werden auf Herz und Nieren geprüft und alles direkt dokumentiert, erst wenn nur händelbare Mängel auftreten wird das Abnahmeprotokoll unterschrieben.

Wer ähnliche Erfahrungen mit dem VanTourer made by Knaus Tabbert gemacht hat, kann diese gerne im Kommentarbereich schildern oder uns eine Email senden.

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Helmut Eckstein
Helmut Eckstein
4 Monate zuvor

Hallo Ihr Anonymen, leider kann ich das, obwohl ein ganz anderes Model (Weinsberg CaraLoft) haargenau so erlebt, bestätigen. Ich hatte 2017 auch keine Pandemie. Jedoch wurde das Fahrzeug, unten herum notdürftig sauber gerieben, aber das Dach total verdreckt und die Nähte bereits verschimmelt, an uns übergeben. Sie besaßen die Frechheit zu sagen, naja ihr hattet ja schon ein Wohnmobil, da müssen wir nicht lange rumtun. Das merkt doch der Alte Depp sowieso nicht. Und im übrigen, es kam der warme Leberkäse bereits für die Mittagsvesper, man wollte uns nur los haben. Und nun nach 3 Jahren: Als Quittung bekommen sie ihren Schrott wieder zurück. Ich schreibe bewusst nicht anonym meine Erlebnisse, da ich feststelle, es fragt keiner danach. Ich kann es nahtlos belegen. Ich möchte aber wie ihr, dass es die Öffentlichkeit erfährt. Selbst wenn das sicherlich bevorstehende Gerichtsverfahren für mich gut ausgehen sollte, werde ich es überall darstellen. Seht Euch meine Bilder an, mittlerweile gammelt das Fahrzeug ohne Nummernschilder am Stellplatz herum. Die Fäulnis an den Wänden wird dabei nicht gestoppt. So wie das Holz verfault ist, war der Schaden durch Feuchtigkeit bereits beim Kauf vorhanden. Selbst der beste Gutachter würde das feststellen, es sei denn er wäre sehgeschädigt… Weiterlesen »