Knaus Wohnmobil überladen

Die Problematik der Überladung von Wohnmobilen wurde schon häufig im Internet thematisiert.

Nun gibt es ja einerseits die Möglichkeit, dass das Wohnmobil über die zugesicherte Nutzlast hinaus beladen wird und damit die zulässige Gesamtmasse von zum Beispiel 3,5 Tonnen überschritten wird. Begibt man sich mit diesem überladenen Wohnmobil auf die Strasse, wird einerseits eine Ordnungswidrigkeit wegen Überladung des Wohnmobiles begangen und andererseits, sofern man nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ist (seit 1999 die Fahrerlaubnis C1), wird zusätzlich eine Straftat begangen. In dem Falle, in dem das Wohnmobil aus Unachtsamkeit selber überladen wurde, liegt natürlich die Schuld eindeutig beim Fahrer des Wohnmobiles.

Dann gibt es jedoch auch die Fälle, in denen das Wohnmobil mit einer entsprechenden Nutzungsmöglichkeit durch eine festgelegte Nutzlast verkauft wurde. Durch zusätzliche Konfigurationen (Zusatzausrüstung) beim jeweiligen Händler und der zugesicherten Nutzlast (zum Beispiel Nutzung durch 4 Personen) kann es tatsächlich dazu kommen, dass das Wohnmobil mit dieser Zusatzausstattung und zum Beispiel den 4 zulässigen Personen die zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen überschreitet.

Es besteht der Verdacht, dass eine nicht geringe Anzahl von Wohnmobilen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen aufgrund von Zusatzausrüstung und der zugesicherten Nutzungsmöglichkeiten für zum Beispiel 4 Personen bereits mehr als das Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen wiegen. Nicht jeder Wohnmobilkäufer lässt sein neu bestelltes Wohnmobil direkt am Auslieferungstermin wiegen.

Hier nun der Erfahrungsbericht von Thomas Franke und seiner Klage bezüglich Überladung seines Wohnmobiles:

Mängel Knaus Sun Ti 650 MF Platinum Selection 2020

„Gekauft haben wir das Fahrzeug bei der Fa. Kale-Automobile in Helmstedt. Erstberatung vor Ort sehr gut, Fahrzeugübergabe und Erläuterung war innerhalb von 15 Minuten katastrophal erledigt. Nachfolgende Mängel wurden unmittelbar festgestellt.

  1. Motorkontrollleuchte ging an, mit dem Hinweis „Start & Stopp“ und der Aufforderung zur Motorkontrolle
  2. Einbaurahmen der Kühlschrankentlüftung defekt
  3. die Klappe für den Toilettenbehälter hält nicht zu
  4. das Türgummi ist im oberen Teil defekt, hier wurde der Obertürschließer zu hoch eingebaut und die Schraube hat das Gummi aufgerissen
  5. klare Laufspuren von Dreck, insbesondere an den Rahmen, Fenstern und Klappen – diese wurden nicht gereinigt
  6. LED – Leisten sind sehr unregelmäßig verlegt und ergeben kein einheitliches Leuchtbild
  7. Plisseerahmen Fahrerseite klappert und ist defekt
  8. kleine Dachluke über der Küche schließt nicht korrekt
  9. Fahrersitzbefestigung lose
  10. Badtür schief eingebaut

Zwischenzeitlich wurden diese Mängel bei einem anderen und sehr freundlichen Knaus-Partner behoben.

Die jedoch größte Lüge ist die der Gewichtsangabe im fahrbereiten Zustand. Hier hatten wir bereits unmittelbar nach dem Kauf ein Wiegen des Fahrzeuges und Benennung des tatsächlichen Leergewichtes gefordert. Dies wurde durch den Händler mit der Begründung abgelehnt, dass keine Waage in der Nähe wäre. Wiederholt haben wir nachgefragt, auch über Knaus direkt. Als wir eine Auflastung bei Knaus angefragt haben, wurde uns vom zuständigen Servicemitarbeiter der Fa. Knaus mitgeteilt, dass eine Auflastung auf 3650 kg möglich wäre. Dies ohne technische Veränderungen am Fahrzeug.

Und im Übrigen hätte der Händler, nun begann das Spiel zwischen Händler und Hersteller, das betreffende Fahrzeug so niemals hätte konfigurieren dürfen. Mit dieser Ausstattung, den zulässigen 4 Personen, den Füllgewichten und der Ausstattung Campingartikel hätte man ein MAXI-Chassis ordern müssen! Eine Überladung wäre vorprogrammiert, was für 80% aller Wohnwagen und Wohnmobile zutrifft – Originalton Knaus!!!! Das Fahrzeug war aber nicht vom Händler konfiguriert, sondern von Knaus dem Händler auf den Hof gestellt worden!!!!

Nach dieser Aussage rechtfertigten sich der Händler gegen Knaus und Knaus gegen den Händler.

Als wir dann die Auflastung auf 4000 kg forderten, meinte der Händler, klagen sie doch, dass dauert mindestens 1 Jahr und solange fahren sie nicht. Wir haben dann Ersatzvornahme angezeigt und nachfolgend die Klage angekündigt. Plötzlich waren sich Händler und Knaus einig, standen auf derselben Seite – gegen den Kunden.

Eine der besten Argumentationen war doch tatsächlich – ja, wenn man das Fahrzeug mit nur 2 Personen nutzt, dann passt doch das Gewicht….

Zwischenzeitlich haben wir das Wohnmobil auf 4000 kg aufgelastet und klagen nun die Kosten gegen den Händler ein. Unsere Rechtschutz hat Deckungszusage erteilt. Mal schauen, was es wird.

Wenn ich mir die anderen Mängel im Netz anschaue, dann will ich gar nicht daran denken, was noch kommen könnte. Und das für soviel Geld. Eine Frechheit. Grundsätzlich ist es ein sehr schönes Fahrzeug und wir haben uns bewusst dafür entschieden.“

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H.Freudenstein
H.Freudenstein
1 Monat zuvor

Hallo, wir haben genau ein so beschriebenes Problem, allerdings mit einem anderen Hersteller, und bitten um Rückmeldung.