Knaus Tabbert: Verantwortlich für Wohnmobil-Dieselskandal?

Mängel, Konstruktionsfehler und Betrug

Wohnmobile und Wohnwagen mit Mängeln oder Konstruktionsfehlern zu produzieren ist eine Sache. Es wird ja am laufenden Band wiederholt, dass dies so üblich und normal ist. So wird die Meinung dann zu einem Fakt hochstilisiert und kaum noch logisch hinterfragt.

Wohnmobile, die sobald sie aus dem Werk kommen und mit der zugelassenen Personenanzahl und Nutzlast bereits ihr zulässiges Gesamtgewicht überschreiten, ist nochmal eine andere Sache. Wie kann es dabei zur Erstellung von COC-Dokumenten (Certificate of Conformity) durch den Hersteller zu den betroffenen Fahrzeugen kommen, die nicht mit den tatsächlichen Gewichtsangaben des Fahrzeuges übereinstimmen? Auch hier nehmen viele Verbraucher den Betrug hin – nur wenige erheben sich und klagen dagegen an.

Knaus Tabbert im FIAT-Wohnmobil Abgasskandal verwickelt

Wohnmobile weiterhin zu produzieren und auf den Markt zu bringen, obwohl einem als Hersteller bereits bekannt ist, dass die Fahrzeuge die zugelassenen Schadstoff-Grenzwerte überschreiten, ist nochmal eine Nummer drauf im grossen weiten Feld der Umsatzsteigerung, Gewinnmaximierung oder auch dem betrügerischen Handeln.

Es scheint, dass die Knaus Tabbert AG (damals noch Knaus Tabbert GmbH) den laufenden FIAT-Dieselskandal für Wohnmobile verursacht hat. Klage gegen die Knaus Tabbert AG wurde diesbezüglich bereits am 1. Dezember 2020 eingereicht. Ohne eindeutige Hinweise und Beweise wäre sicherlich keine Klage gegen die Knaus Tabbert AG erhoben worden.

Kraftfahrtbundesamt will 2016 Typengenehmigung für FIAT-Motoren verweigern

Bereits 2016 beabsichtigte das Kraftfahrtbundesamt, die Typengenehmigung für Wohnmobile mit FIAT-Motoren zu verweigern, da der Behörde zu diesem Zeitpunkt anscheinend bereits ausreichende Informationen und Überprüfungen vorliegen, dass durch unzulässige Abschalteinrichtungen in FIAT-Ducato Motoren das Abgaskontrollsystem manipuliert wird.

Doch dann kamen die Entscheidungsträger der Knaus Tabbert AG, bzw. damals noch Knaus Tabbert GmbH. Diese sahen möglicherweise bereits einen Grossteil ihrer Umsätze, Gewinne und Boni dahinschwinden. Das heisst, sie wären mit der Tatsache konfrontiert gewesen, dass der überwiegende Teil ihrer sich bereits in Bestellung oder Produktion befindenden Wohnmobile auf FIAT Ducato Fahrzeugen keine Zulassung vom Kraftfahrbundesamt mehr erhalten hätten. Wenn ca. 80% der Fahrzeuge plötzlich gar nicht mehr verkäuflich sind, da überhaupt nicht für deutsche Strassen zugelassen, dann hätte die Knaus Tabbert Gruppe natürlich vor einem enormen Problem gestanden. Wie sagte unser Anwalt immer so schön: „Unternehmerisches Risiko“.

Abwälzung des Risikos und Schadens auf den Endverbraucher

Dieses unternehmerische Risiko wollten die verantwortlichen Entscheidungsträger der damaligen Knaus Tabbert GmbH wohl nicht tragen. Auf wen wälzte man also das damalige Problem ab? Natürlich, wie meistens: auf den Endverbraucher.

Man selbst wollte bei der Knaus Tabbert Gruppe natürlich nicht die Verantwortung tragen und vor allem nicht dafür zahlen. Somit trägt dieses Problem und diesen Schaden nun also jeder einzelne Käufer eines Wohnmobiles aufgebaut auf einem FIAT Ducato Fahrzeug der Jahre 2014 bis 2019 mit Euro 5 oder Euro 6.

Parteifreunde, Lobbyismus und der ganze Korruptionssumpf

Wenn da mal nicht wieder Schmiergelder und Beziehungen im Spiel waren. Wir kennen doch alle dieses altbekannte Spiel. Gerade die heutige Zeit zeigt inzwischen sehr deutlich, wie „Parteifreunde“, Lobbyismus, Schmiergelder und sonstige verbindende Geschäftsinteressen, die persönlichen Bereicherungen und Vorteile möglich machen.

So brauchte es am 25. Mai 2016 also „nur“ einen Brief von der Geschäftsleitung der Knaus Tabbert an den damals amtierenden CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer (der vom 14. März 2018 bis 8. Dezember 2021 auch noch Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur wurde), so dass dieser sich prompt und unverzüglich am 3. Juni 2016 per Mail an seinen Parteifreund und zu der Zeit amtierenden Bundesverkehrsminister, Alexander Dobrindt, wandte, um das Problem für die Knaus Tabbert aus der Welt zu schaffen.

Am 14. Juni 2016 wurde dem Kraftfahrbundesamt Einhalt geboten, so dass die Wohnmobile wieder ihre Genehmigungen erhielten und Knaus Tabbert fröhlich und munter weiter produzieren konnte. Man darf sich dabei auch gerne mal wundern, wie schnell plötzlich solche politischen Handlungen und Entscheidungen innerhalb von 20 Tagen (!!!) möglich sind, vorausgesetzt natürlich es handelt sich um Parteifreunde. Kein Wunder, dass der Parteifreund Scheuer anschliessend auch noch Nachfolger von Dobrindt wurde.

Die „persönliche Mängelliste“ (Korrespondent Dirk Rodenkirch bei ARD-Online) sowie die umfangreichen lobbyistischen Aktivitäten des Herrn Dr. Andreas Scheuer mit der Automobilindustrie (auf den Doktor-Titel verzichtet er freiwillig seit der Plagiatsvorwürfe) können bei Interesse hier auf Wikipedia und hier auf Lobbypedia nachgelesen werden.

Und inwieweit Dobrindt im VW-Abgasskandal „involviert“ war, kann in dieser schönen Chronik des VW Abgasskandals zu Gemüte gezogen werden oder sich einfach mal das Schwarzbuch der Autolobby zulegen, in dem offen gelegt wird, wie eng die Verflechtungen der Politik, insbesondere des Herrn Alexander Dobrindt, mit der Autoindustrie sind.

Die Quintessenz, die man aus all dem immer wieder herauslesen kann:

Sie wussten es alle schon viel früher und haben verzögert, vertuscht und wer weiss was noch alles miteinander „gemauschelt“ – wie es halt so unter Parteifreunden und Verbündeten üblich scheint.

Wer möchte von so einem Wohnmobil-Hersteller noch kaufen?

Potentielle Käufer eines Knaus Tabbert Wohnmobiles oder Wohnwagens, sollten sich gerade auch aufgrund dieses unglaublichen Korruptionssumpfes in dem die Knaus Tabbert AG mit drin steckt fragen, ob man bei so einem Hersteller tatsächlich kaufen möchte.

Insbesondere, da nun jeder einzelne Wohnmobil-Käufer mit einen FIAT Fahrzeug aus den Jahrgängen 2014 bis 2019 und Euro 5 / Euro 6 sich dank der Knaus Tabbert AG fragen darf, wie er mit der Information umgehen soll, dass sein Fahrzeug die erlaubten Schadstoff-Grenzwerte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit überschreitet.

Letztendlich hat Knaus Tabbert dazu beigetragen, dass auf deutschen Strassen inzwischen Zigtausende nicht genehmigungsfähige Wohnmobile unterwegs sind und damit unsere Umwelt belasten und den Verbraucher schädigen.

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Dietmar Schommer
Dietmar Schommer
9 Monate zuvor

…warum wird sowas nicht mal richtig öffentlich gemacht ??????

Gerhard Fackeldey
Gerhard Fackeldey
Antwort an  Dietmar Schommer
9 Monate zuvor

Wird es. Es lief im Fernsehen, erstmals schon 2016, die Polizei Frankfurt hat Zeugen aufgerufen und es gibt mehrere Facebookgruppen, die sich genau damit beschäftigen. Es liegen schon weit mehr als tausend Klagen bei den verschiedenen Gerichten, von denen etliche schon in verschiedene Richtung entschieden wurden und auch etliche mit fadenscheinigen Argumenten nicht zugelassen wurden. Bald werden sich die Oberlandesgerichte damit beschäftigen müssen. Es ist halt nur nicht so medienwirksam, wenn zwanzigtausend Leute betrogen wurden, wie zum Beispiel fünfhunderttausend Leute, deren Autos nicht in Ordnung waren. Immerhin braucht man das Auto für das tägliche Leben, während ein Wohnmobil ja Luxus ist….
Aber es ist schon öffentlich gemacht worden. Nur geht es bei dem ganzen Zirkus, der um Corona gemacht wird, unter. Was Dobrindt, dem ‚lieben Andi‘ und Fiat wohl recht ist…