Vor einiger Zeit entdeckten wir folgenden Kommentar auf dem Wohnmobilforum www.wohnmobilforum.de in Bezug auf mangelhafte Qualität von neuen Wohnmobilen und dem Verhalten der Käufer:

Zitat des Nutzers Volker:

Solange wir als Käufer unsere Haltung nicht verändern und unseren Vertragspartner, den Händler nicht konsequent an den Ohren ziehen, wird sich auch NICHTS ändern.

Warum sollte der Händler seine Gewährleistungspflicht denn (mit viel Arbeit) erfüllen, wenn wir ja doch

  • alles selbst machen
  • sogar die Teile selbst besorgen und bezahlen
  • uns immer wieder vertrösten lassen, bis die Gewährleistungsfrist abgelaufen ist
  • ihn sogar noch in Schutz nehmen und seine lahme Ausrede „Der Hersteller ist schuld“ ungeprüft nachplappern.

Der Händler müsste sich doch doof vorkommen, wenn er sich ohne Not ändern würde.

Zu allererst müssen wir uns an die eigene Nase fassen, dann den Händler an den Ohren ziehen und die Hersteller vors Knie treten – dann kann das was werden mit der Begründung der Servicewüste.“

Quelle: https://www.wohnmobilforum.de/w-t123394.html

 

Ein weiterer Nutzer, tztz2000, schreibt in dem gleichen Kommentarstrang:

„Volker hat das Prozedere sehr treffend beschrieben. Nur ist der Umgang mit unwilligen Händlern nicht jedermanns Sache. Im Zweifelsfall hilft dann wirklich nur noch der Gang zum Anwalt, um zu seinem Recht zu kommen. Schlimm, wenn es bei manchen Händlern so weit kommen muss.“

Quelle: https://www.wohnmobilforum.de/w-t123394.html

 

Absolut verständlich und nachvollziehbar:

Solange wir Endverbraucher, die Fehler und Mängel eines Herstellers selber ausbessern, solange gibt es 0,0 Notwendigkeit für den Hersteller, seine Produktion zu verbessern, bzw. korrigierende Massnahmen einzuleiten und die mangelhafte Qualität zu beenden.

 

Auch können wir vollkommen nachempfinden, wie es ist, sich mit unwilligen Händlern herumzuschlagen. Nicht in dem Sinne, dass unserer Vertragshändler Südsee-Caravans in Wietzendorf nicht die Mängel ausbessern wollte, sondern dass er bis zum Nimmerleinstag das ausbessern wollte was er konnte, und die Mängel (Undichtigkeit), die ihn scheinbar überfordert haben, nicht ausbessern wollte.

Nach dem Motto:

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann bessern sie noch heute aus“.

Wie lange soll man das eigentlich mit machen? Da kann das Wohnmobil gleich die meiste Zeit beim Händler stehen bleiben, um ständig ausgebessert zu werden. Da unser Wohnmobil jedoch nicht zu Freizeitzwecken genutzt wird, sondern aus beruflichen Gründen und somit ein Arbeitsmittel ist, ist ein ständiges Nachbessern irgendwann nicht mehr zumutbar. Nun gut, über unseren Knaus Vertragshändler, Südsee-Caravans in Wietzendorf bei Soltau, werden wir in späteren Artikeln noch einiges berichten.

 

Warum viele selber ausbessern

Woher kommt eigentlich dieses Verhalten, ständig selber ausbessern zu wollen? Da gibt es wohl mehrere Ursachen. Hier einige Möglichkeiten:

  • Es scheint, dass wir Käufer / Nutzer uns recht rasch „schuldig für etwas“ fühlen und somit denken, wir bessern es lieber selber aus.
    Ein gutes Beispiel ist hierzu eine Passage der Knaus SUN TI Bedienungsanleitung. Darin heisst es „Schimmel ist kein Garantiefall.“ Wer das liest, denkt gleich „Oh Gott, ich bin schuld, wenn es schimmelt.“ Die Statistik zeigt wohl, dass es eben nicht so ist. Wenn kein Wassereintritt festgestellt werden kann (Rohrbruch, Undichtigkeit, etc.), dann liegt in 80% der Fällen, ein bautechnischer Konstruktionsfehler vor (siehe auch anwalt.de). 
  • Wir sind uns oft unserer Rechte in dieser ganz bestimmten Situation nicht vollends bewusst, bzw. kennen sie gar nicht. Erst wenn wir einen Anwalt einschalten, geht uns vielleicht ein Lichtlein auf, dass wir eigentlich in der stärkeren Position sind als es der Händler, unser Vertragspartner, ist. Doch wer kennt schon das gesamte Vertragsrecht? Vieles mussten wir uns in den letzten Wochen, Monaten diesbezüglich erarbeiten. Stünden wir heute noch einmal am Anfang unserer ganzen Wohnmobil-Geschichte, so wäre unsere Vorgehensweise mit Sicherheit eine andere.
  • Noch ein Punkt der uns auch eine ganze Weile begleitete: Wir haben grosse Hoffnung, dass die Sachmängel irgendwann aufhören und dann letztendlich doch noch alles gut wird. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. So fahren wir von einem Werkstatttermin zum nächsten und hoffen und hoffen und hoffen…
  • Wir sind nicht mutig und stark genug unsere Interessen, unseren Willen und unser Recht durchzusetzen. Es braucht tatsächlich Zeit, Kraft, einen starken Willen und Mut, sein Recht durchzusetzen, sofern man dieses auch kennt. Will man diesen ganzen Ärger auf sich nehmen oder will man lieber seine Ruhe? Viele Menschen ziehen die „Ruhe“ vor – wir auch. Doch leider ändert auch diese Ruhe eben nichts an der Ursache. Es gibt einen interessanten Spruch hierzu: „Es erreicht nur der etwas im seinem Leben, der es bewusst versteht, unbequem zu sein.“ Ja, es ist nicht immer der bequeme Weg.
  • Auch fällt es uns vielleicht schwer, uns einzugestehen, dass wir uns falsch entschieden haben. Das falsche Wohnmobil ausgewählt, den falschen Hersteller, zum falschen Händler gegangen. Unsere Wahl war falsch und nun haben wir den Mist an der Backe. Doch konnten wir das wirklich alles vorher wissen? Vielleicht gibt es auch noch Bekannte oder Verwandte, die uns deswegen „hänseln“ nach dem Motto „Das hat er / sie nun davon. Warum kauft der / die sich auch so ein Teil!?“
  • Es kann jedoch auch vorkommen, dass die Vertragswerkstatt nicht gut und genau arbeitet. Das Vertrauen in die Vertragswerkstatt ist verloren gegangen, also fangen einige an, selber auszubessern. Ist es nicht so? Wer etwas selber macht, weiss wie gut es wird. Wenn wir es von einem Fremden machen lassen, hat dieser vielleicht nicht so ein starkes Interesse wie wir als Eigentümer, dass es sehr gut gemacht wird.
  • Und viele andere Gründe mehr….

 

Knaus Tabbert Neufahrzeuge – mangelhafte Qualität

Eines ist jedoch glasklar: Je mehr Käufer eines neuen Wohnmobiles, das zwei Jahre Garantie gegenüber dem Hersteller und zwei Jahre Gewährleistung gegenüber dem Händler hat, Mängel und Fehler eigenständig in dieser Zeit ausbessern, desto geringer der spürbare Druck auf den Hersteller. Im Grunde genommen macht es Sinn, in den ersten zwei Jahren jeden noch so kleinen Sachmangel vom Knaus Vertragshändler ausbessern zu lassen, damit dort eine Überlastung stattfindet. Vielleicht realisiert dann auch der ein oder andere Händler, dass sie eine Marke mit derart vielen Mängeln nicht mehr vertreiben wollen oder zumindest den Druck in irgendeiner Form an den Hersteller weiter geben.

 

 

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